“Roverinnen und Rover übernehmen Verantwortung”, so lautet einer der Schwerpunkte, die wir vor einiger Zeit für die Roverstufe festgelegt haben. Das sind große Worte und da stecken sehr viele unterschiedliche Aspekte drin. In einem Blogbeitrag haben wir zum Beispiel die Frage aufgeworfen: “Welche Arten von Verantwortung gibt es eigentlich?”.

Jetzt, in Zeiten von Corona (oder korrekterweise der COVID-19- Pandemie), können wir ganz konkret Verantwortung übernehmen. Verantwortung für uns aber auch gegenüber anderen. Dabei gibt es eine Reihe von Tipps, Vorschlägen und Aufrufen, wie man sich verhalten soll und welche Regeln nun zu beachten sind. Es geht um das Einhalten von Abstand, die Minimierung sozialer Kontakte oder der korrekten und regelmäßigen Handhygiene. Mittlerweile kennt ihr diese sicherlich (hier der Aufruf der DPSG Bundesleitung zum verantwortungsvollen Handeln (Link)).

Und obwohl wir jungen Menschen das alles gelesen haben und das alles wissen, fällt es uns doch schwer, entsprechend zu handeln. Es ist ja auch verlockend. Die Schule fällt aus, vieles hat geschlossen und das erste Frühlingswetter lockt in die Sonne. Jetzt mit Freund*innen im Park treffen, die Zeit genießen und das beste aus der Situation machen.

Doch das wiederspricht genau den vorgegebenen Verhaltensregeln. Abstandhalten? Keine Freunde mehr treffen? Naja, wir gehören ja nicht zur Risikogruppe, also wird uns schon nichts passieren. Oder zumindest nichts Schlimmes. Doch das stimmt so nicht. Junge Menschen mit Vorerkrankungen oder chronischen Erkrankungen gehören genauso zur Risikogruppe. Und auch wir sind Überträger des Virus. Gemeinsame Treffen im Park oder zu Hause sind die perfekten Orte, an denen Viren sich weiter verbreiten können und dann durch jeden von uns in die eigenen sozialen und familiären Umfelder weitergetragen werden. Nicht ohne Grund gibt es diese Verhaltesvorgaben.

Und ein Blick nach Italien oder Frankreich zeigen, was passiert, wenn wir uns nicht freiwillig an diese Regeln halten. Dort gibt es Ausgangssperren. Die Bundesregierung hat angekündigt, dass sie dieses Wochenende genau beobachten und dann ggf. Entsprechend reagieren will. Einige Bundesländer, wie Bayern, oder einzelne Gemeinden haben bereits verschärfte Regeln und Ausgangsbegrenzungen ausgesprochen (Stand 21.03.2020).

Jetzt kommt es also auf uns an, auf die jungen Menschen. Auch wir müssen unseren Alltag anpassen. Auch wir müssen unsere Gewohnheiten ändern. Und auch wir müssen Einschränkungen in Kauf nehmen. Wenn es um unsere eigenen Bedürfnisse und um unsere Zukunft geht, fordern ja auch wir, dass andere Generationen ihren Lebensstil ändern und anpassen. Dies ist zumindest einer der großen Forderungen von Fridays for Future an die Generation unserer Eltern. Und jetzt sind wir gefragt. Jetzt kommt es auf uns an. Lasst auch uns Verantwortung übernehmen.

Und wer noch mehr tun will, der kann aktiv Hilfe anbieten. Es gibt verschiedene online Plattformen zur Nachbarschaftshilfe. Oder du kannst einfach unseren Vordruck (Link) ausfüllen und in der Nachbarschaft aushängen, in Briefkästen einwerfen oder anders verteilen. In manchen Regionen suchen wohl auch Gesundheitsämter nach Freiwilligen (Link). Aber wo auch immer ihr helfen wollt, immer dran denken: Schütze dich selbst, schütze andere und halte Abstand! Und: Wenn du noch nicht volljährig bist: Kläre ab, ob du auch helfen darfst und hole dir das Einverständnis deiner Erziehungsberechtigten.