Archives: Ordnung

| No Comments

Roverinnen und Rover haben Leiterinnen und Leiter

Die Frage, ob Jugendliche ab 15 oder 16 Jahren noch Leiterinnen und Leiter brauchen, hat schon viele Menschen in der DPSG beschäftigt und auch viele Gemüter erhitzt. Es gibt genug Jugendverbände, in denen man schon ab 14 Leiterin oder Leiter werden kann. Und wirklich ausreichend Leiterinnen und Leiter gibt es in wenigen Stämmen. Dazu kommt, dass Roverinnen und Rover oft auch gern Verantwortung übernehmen, und z. B. im Lager in anderen Gruppen aushelfen. Warum also den Aufwand betreiben, einer Roverrunde eine eigene Leiterin oder einen eigenen Leiter zur Verfügung zu stellen, die bzw. der dann womöglich anderswo fehlt? 

Zwischen Vorbild, Sicherheit und Motivation

Meine Erfahrung, aus dem Kontakt mit den unterschiedlichsten Roverrunden, hat mir gezeigt: eine fähige Roverleiterin oder ein ebensolcher Roverleiter sind ein Segen für eine Roverrunde. 
Die Roverinnen und Rover haben mit ihr oder ihm eine selbst gewählte Bezugsperson in einem aufregenden Lebensabschnitt. Roverleiterinnen und -leiter sind mit ihrem Mehr an Lebenserfahrung Vorbild – abseits von anderen Erwachsenen, wie Eltern oder Lehrerinnen und Lehrern. Roverleiterinnen und -leiter geben ihrer Runde Sicherheit bei dem, was die Runde selbstbestimmt machen möchte. Roverleiterinnen und -leiter vermitteln auch nach außen (z. B. den Eltern gegenüber) Sicherheit und ermöglichen so Unternehmungen, die ohne erwachsene Begleitung vielleicht nicht möglich wären. Roverleiterinnen und -leiter behalten aber auch die Nerven und lassen eine Runde machen, auch wenn ein Misserfolg droht. 
Die Liste der Eigenschaften von Roverleiterinnen und -leitern ließe sich noch endlos fortsetzen. Ich habe viele weitere Beispiele vor Augen, in denen eine Leiterin oder ein Leiter einer Roverrunde einen Dienst erwiesen hat. Den Dienst, zu einer gelungenen Roverzeit beizutragen. Zu einer Zeit im Pfadfinderleben, die entscheidend über die Motivation mitbestimmt, ob Roverinnen und Rover der Pfadfinderei treu bleiben und vielleicht selbst einmal Leiterinnen oder Leiter werden.

Eine Investition in die Zukunft

Roverrunden eine Leiterin oder einen Leiter wählen zu lassen, ist also nichts anderes, als eine Investition in die Zukunft des eigenen Stammes. Wie andere kluge Investitionen mag das an anderer Stelle wehtun es macht sich aber später bezahlt. Leiterinnen und Leiter in der DPSG unterscheiden sich u. a. dadurch von anderen Jugendverbänden, dass sie als Jugendliche genügend Zeit für eigene Erfahrungen in der Gruppe haben. Die dabei erlernten Fähigkeiten und die gewonnen Erkenntnisse sind ein Schatz, von dem sie ihr ganzes Leben lang (innerhalb und außerhalb der DPSG) zehren.

Text: Conny Werbick, Bundesreferentin der Roverstufe von 2013 bis 2017

| No Comments

Roverinnen und Rover pflegen ihren eigenen Stil und ihre eigene Kultur

Foto: Paderbjörn

Was kommt dir als erstes in den Sinn, wenn du an die Roverstufe denkst? An ein unvergessliches Sommerlager oder einen herausfordernden Haik? An die letzte Roverparty? Das Zusammensein mit der Roverrunde? Oder doch einfach nur an die Farbe Rot?

Viele Dinge sind für uns einfach untrennbar mit der Roverstufe und der Roverzeit verbunden. Es sind Zeichen und Symbole wie unsere Stufenfarbe, der Roverschriftzug oder das Logo einer einzelnen Roverrunde. Genauso sind es auch verschiedene Rituale und Traditionen, die von Stamm zu Stamm und von Roverrunde zu Roverrunde unterschiedlich sein können. All diese Dinge bezeichnen wir häufig als Stil und Kultur. Um etwas anschaulicher zu werden, was sich alles dahinter verbergen kann, gebe ich im Folgenden ein paar Beispiele.

Sichtbarkeit

Inmeinem Heimatstamm (Stamm Coesfeld, DV Münster) gibt es die Tradition, dass sich jede Roverrunde einen Namen gibt. Sie entwerfen außerdem ein Logo oder Abzeichen und damit werden Pullover, T-Shirt und Co. bedruckt (natürlich in Rot). Und dann durfte auch noch eine Wand im Gruppenraum gestaltet und bemalt werden.

Neben diesen (und ähnlichen) Zeichen und Symbolen gibt es auch viele verschiedene Traditionen und Rituale. Sie machen die Roverstufe aus. Sicherlich sind sie auch für manche Klischees und Vorurteile der roten Stufe verantwortlich. Wer war als Roverin oder Rover nicht auf einer wilden Roverparty, sei es im Stamm, Bezirk oder Diözesanverband? Und wer einmal an einem Roverbundesunternehmen (rbu) oder an einem internationalen Roverevent teilgenommen hat weiß: Wir können feiern! Egal, ob wild oder elegant, hauptsache stilecht und in Rot. Doch wir übernehmen auch Aufgaben und Verantwortung (bald hier im Blog zu lesen).

Und bei dir?

Und, wie ist es bei dir? Wie ist es in deiner Roverrunde, in deinem Stamm oder deinem Bezirk? Welche Rituale haben bei euch die Roverinnen und Rover? Gibt es ein festes Ritual beim Stufenwechsel, mit dem die neuen Mitglieder in der Runde aufgenommen und ausscheidende Mitglieder aus der Roverrunde verabschiedet werden? Oder gibt es Rituale und Traditionen rund um bestimmte Veranstaltungen, wie dem Stammeslager, dem Friedenslicht, der Stammesversammlung o. ä.? Etwas das nur die Roverinnen und Rover dürfen? Schreibt uns dazu gerne eine Nachricht oder einen Kommentar.

Dieser eigene Stil und die eigene Kultur schaffen dabei ein starkes Zugehörigkeitsgefühl, egal, ob zur eigenen Roverrunde oder ganz allgemein zur Roverstufe. Dabei werden nicht nur einfach Traditionen der vorherigen Roverinnen und Rover übernommen. Jede Runde, jede einzelne Roverin und jeder einzelne Rover trägt zur Pflege, aber auch zur Weiterentwicklung von Ritualen, Traditionen und Symbolen bei.

Unser eigener Stil!

Wir schaffen und leben unseren eigenen Stil und unsere eigene Kultur. Das schafft und stärkt das Gefühl von Eigenständigkeit, von Einzigartigkeit und von Gemeinschaft. Und nicht immer sind unser Stil und unsere Kultur für Außenstehende verständlich und nachvollziehbar.

Denn: Roverinnen und Rover denken Dinge anders.

×